Einheitsliste

    Aus DDR-Lexikon

    Aufgrund des Blocksystems in der DDR wurden dort bei Wahlen nur Einheitslisten zugelassen, auf denen nach vorher vereinbartem Schlüssel Kandidaten aller in der Nationalen Front zusammengeschlossenen Parteien und Massenorganisationen vertreten waren. Eine Auswahl zwischen Parteien war unmöglich, dem Wähler blieb nur die Wahl, die Liste zu akzeptieren oder sie abzulehnen bzw. einzelne Kandidaten zu streichen; letzteres war wegen des Drucks zur offenen Stimmabgabe ebenso wenig ratsam wie Stimmenthaltung durch Fernbleiben, da man sich damit den Argwohn der Behörden zuzog. Die Einheitsliste stellte sicher, dass oppositionelle Gruppen nicht in die Parlamente einziehen konnten und dass die Führungsrolle der SED unangetastet blieb.